Stadtschutzverein Budapest -
Arbeitsgruppe für Kirchengeschichte 
Die Gemeinde Újpest entstand im Jahre 1836. 1868 gründeten die 500 dort wohnenden Lutheraner eine Privatschule, welche die Basis der Tochterkirche wurde, und die 1874 in die Pester Kirche aufgenommen wurde. Unterricht und Gottesdienste wurden in der Schule abwechselnd deutsch und ungarisch gehalten.
1874 kaufte die Gemeinde ein Grundstück in der Maria Lebstück Straße (Maria Oberleutnant des 1848-er Freiheitskrieges). 1875 begann die Arbeit. Die Kirche und das Pfarrhaus wurde aufgebaut, leider auf Kredit, den die Gemeinde nicht zurückzahlen konnte, und so wurde die Kirche 1877-78 versteigert. (1878 wurde auch die Pfarrgemeinde aufgelöst.) Ihren "Eisenturm" kaufte die Vácer lutherische Gemeinde (steht auch heute noch dort). Das Gebäude wurde für Künstler umgebaut, hier arbeitete der Bildhauer, Gyula Bezerédy, und wohnten die Schauspieler: Lehel und Árpád Odry.
Lujza Blaha, die Nachtigall der Nation hielt im grossen Saal des Gebäudes Liederabende. Sie gab der Gemeinde den Ertrag, damit man davon die Kirche zurückkaufen soll: so hat sie sie zum Teil "zurückgesungen".
1883 wurde das Presbyterium wiedergegründet. Soma Freyler bemühte sich um die Reorganisation und Sándor Reich kümmerte sich um die Wiedererwerbung des versteigerten Kirchengebäudes. Seit 1889 ist die Gemeinde eine Mutterkirche. Die Mitgliederschaft der Gemeinde nahm zu, Lajos Geduly (eine Strasse wurde von ihm genannt) verstärkte die Gemeinde geistig und materiell 42 Jahre lang. Die Kirche wurde erweitert, 1909 haben sie auch ein Pfarrhaus gekauft.
Während des 2.Weltkrieges wurden Verfolgten im Kirchenturm, am Dachboden und in der Orgel versteckt. Während der Kämpfe bekam die Fassade der Kirche einen Volltreffer. Sie wurde aus eigener Kraft wieder aufgebaut. Die bunten Fenster wurden vernichtet. 1945 wurde das ganze Archiv des Ortes zur Beute der einmarschierenden Truppen, sie verbrannten die unersetzbaren Schriften, wichtige Kirchenbaubelege verschwanden für immer.
Ein einschiffiges Gebäude in "modernen Renaissançestil". Der schlanke Mittelturm ist 17m hoch. Im Jahre 1874 wurde der Turm in der Höhe eines Wohnhauses als Ziegelbau mit Eisenturm aufgebaut. 1902 wurde er erhöht, die heutige Form existiert seit 1911. Es hat eine "aufgehängte" Rabitzdecke. In dem, mit einer Stufe erhöhten Altarraum befindet sich ein bunter marmorimitierter Barockholzaltar (1883). Das von Tihamér Margitay gemalte und der Kirche geschenkte Altarbild stellt Christi Himmelfahrt dar. Die Orgel ist das Meisterwerk der Linzer Mauracher Geschwister (1928). Sie wurde 1994 vollkommen renoviert. Hinter ihr ist der Aufgang zum Turm. Das Orgelchor wurde aus Eisenbeton gefertigt; es hat eine Balustrade und ist mit Beton verkleidet.
1958 wurde die Kirche von innen ausgemalt, ihr Innenraum wurde den liturgischen Forderungen gemäß umgeändert. Der Altarraum wurde ausgebildet, und vom Holz des Kirschbaumes aus dem Garten der Pfarre wurde eine neue, mit Brettern verkleidete Kanzel und ein neuer Gottestisch verfertigt; davor ist eine Rampe aus Schmiedeisen montiert. In der Kirche werden ökumenische Kirchenmusik-Veranstaltungen gehalten.
Zum 100-jährigen Jubileum der Entstehung der Gemeinde hatte im Jahre 1973 der Pfarrer József Kardos für die innen völlig erneute Kirche nach den Plänen von dr. Árpád Blázy ein schmiedeisen Kreuz und mehrere Leuchter auf den Altar, sowie Leuchtkörper im Saal aufgestellt.